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Berufsunfähigkeit Deine Arbeitskraft bezahlt alles andere. Was bleibt, wenn sie ausfällt?

Wenn du krank wirst und nicht mehr arbeiten kannst, zahlt der Staat nur unter strengen Bedingungen — und meist viel weniger, als du heute verdienst. Wir zeigen dir, wie groß die Lücke ist, und schließen sie mit dir im persönlichen Gespräch.

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Auf einen Blick

Worum es geht
um dein Einkommen, wenn du wegen Krankheit oder nach einem Unfall auf Dauer nicht mehr in deinem Beruf arbeiten kannst
Was der Staat zahlt
eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension, aber nur, wenn Wartezeit und strenge gesundheitliche Voraussetzungen erfüllt sind. Bei der Pensionsversicherungsanstalt gingen 2024 rund 49.400 Erstanträge ein, zuerkannt wurden rund 10.100 Pensionen
Die häufigste Ursache
psychische Erkrankungen, nicht Unfälle. Sie stehen hinter fast der Hälfte aller laufenden Pensionen dieser Art. Auf Unfälle gehen nur rund zwei von hundert zurück
Was eine private Vorsorge leistet
eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich länger nicht mehr ausüben kannst, meist ab einem Grad von 50 Prozent
Was du wissen musst
Ohne Gesundheitsfragen gibt es keine private Berufsunfähigkeitsvorsorge. Wer früh vorsorgt, hat meist weniger anzugeben
Wie wir abschließen
persönlich. Eine Berufsunfähigkeitsvorsorge braucht Beratung — online abschließen geht bei uns nicht

Die Bausteine

Darauf schauen wir mit dir, bevor du unterschreibst. Was in deinem Vertrag gilt, steht in der Polizze und den Bedingungen.

Monatliche RenteEine feste Zahlung jeden Monat, solange die Berufsunfähigkeit besteht.

Die Höhe legst du beim Abschluss fest. Sie soll die Lücke schließen zwischen dem, was du heute verdienst, und dem, was dir im Ernstfall vom Staat bliebe — damit Miete, Kredit und Alltag weiterlaufen.

Verzicht auf abstrakte VerweisungDer Versicherer schickt dich nicht auf einen Beruf, den du gar nicht ausübst.

Ohne diesen Verzicht könnte ein Versicherer sagen: Du könntest ja noch als Portier oder im Callcenter arbeiten — also zahlen wir nicht. Mit dem Verzicht zählt, ob du deinen eigenen Beruf noch ausüben kannst. Ob ein Tarif darauf verzichtet, steht in den Bedingungen — nachsehen lohnt sich.

PrognosezeitraumWie lange die Berufsunfähigkeit voraussichtlich dauern muss.

Häufig genügt es, dass ein Arzt die Berufsunfähigkeit für mindestens sechs Monate vorhersagt. Ältere oder strengere Bedingungen verlangen längere Zeiträume oder „auf Dauer". Im Ernstfall ist das ein großer Unterschied.

LeistungsdauerBis zu welchem Alter die Rente läuft.

Sinnvoll ist in der Regel ein Ende nahe am gesetzlichen Pensionsalter. Endet die Rente deutlich früher, entsteht genau in den Jahren eine Lücke, in denen das Risiko am höchsten ist.

NachversicherungDie Rente später erhöhen, ohne neu Gesundheitsfragen zu beantworten.

Je nach Tarif bei bestimmten Anlässen, etwa Heirat, Geburt eines Kindes, Gehaltssprung oder dem Schritt in die Selbständigkeit — meist innerhalb von Fristen und bis zu Obergrenzen.

PrämienbefreiungWährend du berufsunfähig bist, zahlst du in der Regel keine Prämie.

Der Vertrag läuft dabei weiter, ohne dass du ihn aus der Rente bezahlen musst.

AnpassungRente und Prämie können mit der Zeit steigen.

Manche Tarife sehen vor, dass die Rente während der Laufzeit oder im Leistungsfall jährlich steigt. Ohne Anpassung verliert eine fixe Rente über die Jahre an Kaufkraft.

Worauf es ankommt

Die GesundheitsfragenSie entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen ein Vertrag zustande kommt.

Wer eine Frage falsch oder unvollständig beantwortet, riskiert, dass der Versicherer später vom Vertrag zurücktritt und nicht zahlt. Das zeigt sich oft erst im Leistungsfall, wenn die Unterlagen geprüft werden.

Wie der Beruf beschrieben istGeprüft wird der Beruf, wie du ihn zuletzt tatsächlich ausgeübt hast.

Deshalb beschreiben wir deine Tätigkeit im Antrag gemeinsam und genau: Wie viel davon ist körperlich, wie viel am Schreibtisch, wie viele Stunden?

Die Höhe der RenteNicht mehr versichern, als du verdienst — aber auch nicht zu wenig.

Versicherer begrenzen die versicherbare Rente in der Regel nach dem Einkommen. Wer zu niedrig versichert, hat im Ernstfall eine zweite Lücke.

SelbständigeBei Selbständigen prüfen viele Tarife, ob der Betrieb umorganisiert werden kann.

Wer sein Unternehmen so umstellen kann, dass er die kranken Teile seiner Arbeit abgibt, gilt je nach Bedingungen nicht als berufsunfähig. Wie das geregelt ist, lesen wir mit dir genau.

Laufzeit und PensionsalterDie Rente sollte dort enden, wo die gesetzliche Pension beginnt.

Nicht früher und nicht deutlich später.

AusschlüsseBestimmte Vorerkrankungen können ausgeschlossen werden.

Dann zahlt der Vertrag für alles andere, aber nicht für diese eine Ursache. Ein Ausschluss steht in der Polizze, nicht nur im Antrag.

Die Gesundheitsfragen besprechen wir vor dem Antrag mit dir — nicht am Telefon

Die Gesundheitsfragen sind der wichtigste Teil des Antrags. Wir gehen sie vor dem Antrag persönlich mit dir durch — nicht am Telefon und nicht per WhatsApp. Die Angaben selbst machst du im Antrag, vollständig und richtig.

Nimm dir für die Gesundheitsfragen Zeit und schau in deine Unterlagen, bevor du antwortest: Arztbriefe, Befunde, Krankenstände. Was du vergessen hast, fehlt im Antrag trotzdem — ob das entschuldbar war, stellt sich erst im Leistungsfall heraus.

Ausführlich erklärt

Für alle, die es genau wissen wollen — zum Aufklappen

Was der Staat zahlt

Wer in Österreich wegen Krankheit oder Unfall dauerhaft nicht mehr arbeiten kann, hat unter Umständen Anspruch auf eine Pension aus der gesetzlichen Pensionsversicherung. Bei Arbeitern heißt sie Invaliditätspension, bei Angestellten Berufsunfähigkeitspension, bei Selbständigen Erwerbsunfähigkeitspension.

Voraussetzung ist zuerst eine Wartezeit. Vor dem 50. Geburtstag genügen in der Regel 60 Versicherungsmonate in den letzten 120 Kalendermonaten; danach steigt die nötige Zahl mit jedem Lebensmonat. Vor dem 27. Geburtstag reichen sechs Versicherungsmonate. Nach einem Arbeitsunfall oder bei einer Berufskrankheit entfällt die Wartezeit.

Wer ab 1964 geboren ist, bekommt die Pension nur, wenn die Einschränkung voraussichtlich auf Dauer besteht. Ist sie vorübergehend, gibt es statt einer befristeten Pension Rehabilitationsgeld von der Krankenkasse oder Umschulungsgeld vom AMS.

Berufsschutz — ab wann er gilt

Das ist der Punkt, den die meisten nicht kennen. Die Pensionsversicherung fragt nicht nur, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst, sondern ob du irgendeine Arbeit noch schaffst, auf die man dich verweisen darf.

Berufsschutz hast du, wenn du in den letzten 15 Jahren mindestens 90 Pflichtversicherungsmonate in einem erlernten oder angelernten Beruf oder als Angestellter gearbeitet hast. Dann darfst du nur auf Tätigkeiten in derselben Berufsgruppe verwiesen werden. Ohne Berufsschutz zählt der gesamte Arbeitsmarkt — auch eine Arbeit, die deutlich schlechter bezahlt ist als deine bisherige.

Ab 60 gibt es zusätzlich den Tätigkeitsschutz: Wer eine Tätigkeit in den letzten 15 Jahren mindestens zehn Jahre ausgeübt hat, darf nur noch auf vergleichbare Tätigkeiten verwiesen werden. Für Menschen ab 50 ohne Berufsschutz gibt es eine Härtefallregel mit engen Voraussetzungen, darunter mindestens zwölf Monate Arbeitslosigkeit und 360 Versicherungsmonate.

Selbständige

Für Selbständige gilt das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz. Unter 50 wird geprüft, ob du irgendeine selbständige oder unselbständige Tätigkeit noch ausüben kannst. Ab 50 ist unter bestimmten Voraussetzungen nur noch eine verwandte Tätigkeit zumutbar, ab 60 kommt es darauf an, ob du deinen Betrieb weiterführen kannst. Ausgezahlt wird die Pension erst, wenn du die Tätigkeit einstellst.

Rehabilitationsgeld

Rehabilitationsgeld bekommst du, wenn du ab 1964 geboren und voraussichtlich mindestens sechs Monate, aber nicht dauerhaft arbeitsunfähig bist. Es ist so hoch wie das Krankengeld: zunächst 50 Prozent, ab dem 43. Tag 60 Prozent der Bemessungsgrundlage aus deinem letzten Einkommen, mindestens 43,61 Euro brutto am Tag (Wert 2026). Spätestens nach einem Jahr wird überprüft, ob die Voraussetzungen noch bestehen.

Wie viel das ist

Eine neu zuerkannte Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension der Pensionsversicherungsanstalt betrug 2024 im Durchschnitt 1.415 Euro brutto im Monat. Zum Vergleich: Wer ganzjährig Vollzeit angestellt war, verdiente 2024 im Mittel 55.678 Euro brutto im Jahr, das sind 3.977 Euro im Monat bei 14 Gehältern.

Dazu kommt ein Abschlag: Für jedes Jahr vor dem Regelpensionsalter wird die Pension um 4,2 Prozent gekürzt, höchstens um 13,8 Prozent.

Wie viele Anträge durchgehen

Über 37.900 Anträge auf diese beiden Pensionen hat die Pensionsversicherungsanstalt 2024 entschieden. Rund 26.300 davon waren Ablehnungen — bei knapp 8.000 davon gab es statt der Pension Rehabilitationsgeld. Eine Pension wurde in rund 11.000 Fällen zuerkannt.

Psyche und Rücken, nicht der Unfall

Ende 2024 bezogen rund 103.000 Menschen eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension der Pensionsversicherungsanstalt. Bei 46,9 Prozent war eine psychische Erkrankung die Ursache, bei Frauen sogar bei 56,3 Prozent. Es folgen Erkrankungen von Skelett und Muskeln mit 13,4 Prozent und des Nervensystems mit 9,4 Prozent. Beim Rehabilitationsgeld ist der Anteil psychischer Erkrankungen noch höher: 52,7 Prozent.

Unfälle aller Art — im Verkehr, bei der Arbeit, in der Freizeit, beim Sport — stehen zusammen hinter nur rund 2 Prozent dieser Pensionen. Und es trifft nicht nur Ältere: Rund jede dritte neue Pension ging 2024 an jemanden unter 55.

Unfall, Erwerbsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit

Diese drei werden oft verwechselt.

Eine Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall, und zwar nach einer Tabelle für bleibende Schäden — egal, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst. Krankheiten sind nicht versichert.

Eine private Erwerbsunfähigkeitsvorsorge zahlt erst, wenn du praktisch gar keiner Arbeit mehr nachgehen kannst. Das ist deutlich strenger als die Berufsunfähigkeit.

Eine Berufsunfähigkeitsvorsorge fragt, ob du deinen eigenen, zuletzt ausgeübten Beruf noch ausüben kannst — gleich ob wegen Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall.

Steuer und Förderung

Eine staatliche Förderung für die private Berufsunfähigkeitsvorsorge gibt es nicht. Prämien aus Verträgen, die seit 2016 abgeschlossen wurden, sind auch nicht als Sonderausgaben absetzbar.

Für die Rente selbst gilt seit 24.12.2025 (§ 29 Z 1 EStG): Steuerpflichtig wird sie erst, wenn die Summe der ausgezahlten Renten den kapitalisierten Wert des Rentenanspruchs übersteigt. Das kann dauern. Wie das in deinem Fall ausgeht, klärst du am besten mit deiner Steuerberatung.

Was wir für dich tun

Das legst du bereit

Fotos und Kopien schickst du am besten per E-Mail an office@sys-consulting.at. Ausweise und Angaben zur Gesundheit bitte nicht per WhatsApp.

Häufige Fragen

Ich bin jung und gesund. Ist das jetzt schon ein Thema?

Gerade dann. Berufsschutz hast du am Anfang des Berufslebens oft noch nicht, und bei den Gesundheitsfragen hast du heute weniger anzugeben als in zehn Jahren. Ruf an, dann reden wir darüber.

Reicht nicht meine Unfallversicherung?

Für diesen Fall meistens nicht. Nur rund zwei von hundert laufenden Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen gehen auf einen Unfall zurück. Die Unfallversicherung zahlt bei Krankheit nicht.

Zählen auch psychische Erkrankungen?

Berufsunfähigkeit ist nicht auf körperliche Ursachen beschränkt — gerade psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache. Ob ein Vertrag zahlt, hängt davon ab, ob der vereinbarte Grad erreicht ist und ob die Ursache nicht ausgeschlossen wurde.

Können wir die Gesundheitsfragen am Telefon durchgehen?

Nein. Die Gesundheitsfragen besprechen wir vor dem Antrag persönlich mit dir. Wie das abläuft, erklären wir dir gern auch am Telefon.

Kann ich bei euch online abschließen?

Nein. Eine Berufsunfähigkeitsvorsorge braucht Beratung: Beruf, Einkommen, Gesundheitsfragen, Bedingungen. Das machen wir persönlich mit dir — melde dich, wir vereinbaren einen Termin.

Kann ich die Prämie von der Steuer absetzen?

Bei Verträgen, die seit 2016 abgeschlossen wurden, nicht; bei älteren Verträgen klärt das deine Steuerberatung. Eine eigene staatliche Förderung gibt es für die Berufsunfähigkeitsvorsorge nicht.

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