Private Unfallversicherung Viele Unfälle passieren in der Freizeit. Genau dort hilft die gesetzliche nicht.
Für Erwachsene, Kinder und Senioren: Invalidität, Progression und Zusatzbausteine in einfachen Worten erklärt.

Auf einen Blick
- Was sie deckt
- die finanziellen Folgen eines Unfalls — vor allem eine bleibende Beeinträchtigung (Invalidität), je nach Tarif auch Heilkosten, Bergung, Spitalgeld oder Rente
- Wofür du sie brauchst
- Die gesetzliche Unfallversicherung gilt nur für Arbeit, Ausbildung und die Wege dorthin. Viele Unfälle passieren in der Freizeit
- Wo sie gilt
- meist rund um die Uhr und weltweit
- Für wen
- für Erwachsene, Kinder und Senioren, jeweils mit eigenen Tarifen
- Was sie nicht ist
- keine Krankenversicherung: Krankheiten sind grundsätzlich nicht versichert, nur Unfälle
Die Bausteine
Tippe auf einen Baustein, wenn du es genauer wissen willst. Was in deinem Vertrag gilt, steht in deiner Polizze und den Bedingungen.
Dauernde InvaliditätEine Einmalzahlung, wenn ein Unfall eine bleibende Beeinträchtigung hinterlässt.
Die Höhe richtet sich nach dem Grad der Invalidität.
ProgressionAb einem bestimmten Invaliditätsgrad steigt die Leistung überproportional.
Wie stark, legt der Tarif fest.
Unfallkosten
Heilkosten, die die Krankenkasse nicht übernimmt, etwa Heilbehelfe oder Transporte.
Bergungskosten
Suche und Bergung, zum Beispiel mit dem Hubschrauber nach einem Unfall auf der Piste oder am Berg.
Kosmetische Operationen
Wenn nach einem Unfall eine sichtbare Folge bleibt.
Spitalgeld und Taggeld
Ein fester Betrag für jeden Tag im Spital oder jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit.
Unfallrente
Eine laufende Zahlung ab einem höheren Invaliditätsgrad, je nach Tarif lebenslang.
Todesfall
Eine Zahlung an die Angehörigen, wenn der Unfall zum Tod führt.
AssistancePraktische Hilfe nach dem Unfall, etwa im Haushalt oder bei der Pflege.
Nicht in jedem Tarif.
Worauf es ankommt
Versicherungssumme und ProgressionGemeinsam bestimmen sie, was bei schwerer Invalidität tatsächlich ausgezahlt wird.
Lass dir die Tabelle mit den konkreten Beträgen zeigen.
GliedertaxeDie Tabelle, die festlegt, wie viel Prozent zum Beispiel der Verlust einer Hand oder eines Auges zählt.
Sie ist nicht bei jedem Versicherer gleich.
Mitwirkung von KrankheitenHat eine Vorerkrankung zur Unfallfolge beigetragen, kann die Leistung gekürzt werden.
Tarife regeln das unterschiedlich großzügig.
Unfallbegriff und Erweiterungen
Manche Tarife zählen auch Bewegungen mit Verrenkung oder Zerrung, Zeckenbiss-Infektionen oder Erfrierungen dazu.
AusschlüsseTypisch sind Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss und bestimmte Risikosportarten.
Wer einen besonderen Sport betreibt, sagt das vorher.
Fristen im Leistungsfall
Für die Invalidität gelten Fristen, innerhalb derer sie eingetreten, ärztlich festgestellt und gemeldet sein muss.
Ausführlich erklärt
Für alle, die es genau wissen wollen — zum Aufklappen
Warum gibt es eine private Unfallversicherung, wenn es die AUVA gibt?
Die gesetzliche Unfallversicherung ist für Arbeitsunfälle da: im Betrieb, in der Schule, auf dem Weg dorthin. Stolperst du am Wochenende beim Wandern, fällst von der Leiter im eigenen Garten oder verletzt dich beim Skifahren, ist sie nicht zuständig. Genau dort passieren viele Unfälle.
Was bekommst du im Ernstfall?
Das Herzstück ist die Leistung bei dauernder Invalidität. Sie wird einmal ausgezahlt und soll die Folgen abfedern, die bleiben: ein Umbau der Wohnung, ein anderes Auto, weniger Einkommen. Wie hoch sie ist, hängt von drei Dingen ab — der Versicherungssumme, dem Grad der Invalidität und der Progression.
Gliedertaxe und Progression
Gliedertaxe und Progression sind die zwei Tabellen im Kleingedruckten, auf die es ankommt. Die Gliedertaxe legt fest, wie viel Prozent Invalidität ein bestimmter Verlust bedeutet. Die Progression bestimmt, wie stark die Leistung bei höheren Graden ansteigt. Zwei Tarife mit gleicher Versicherungssumme können deshalb im selben Fall sehr unterschiedlich zahlen. Wir legen dir die Beträge nebeneinander, nicht nur die Prämie.
Kinder
Kinder sind in der Schule und auf dem Schulweg gesetzlich versichert, in der Freizeit nicht. Für sie gibt es eigene Tarife.
Ab einem gewissen Alter
Ab einem gewissen Alter bieten viele Versicherer eigene Seniorentarife an, oft mit mehr Gewicht auf Hilfe im Alltag nach einem Unfall als auf hohen Einmalzahlungen.
Was die Unfallversicherung nicht ersetzt
Was die Unfallversicherung nicht ersetzt: Wirst du durch eine Krankheit arbeitsunfähig, zahlt sie nicht. Das ist ein eigenes Thema, das wir gern mit dir besprechen.
Wenn es passiert ist
Melde einen Unfall rasch, auch wenn die Folgen zunächst harmlos wirken. Ob eine Invalidität bleibt, zeigt sich oft erst nach Monaten, und dafür gelten Fristen. Heb Arztbriefe und Befunde auf — sie sind später die Grundlage für die Leistung.
Laufzeit
Laufzeit: Viele Unfallversicherungen werden über mehrere Jahre abgeschlossen. Als Verbraucher kannst du einen solchen Vertrag zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich kündigen, mit einem Monat Frist (§ 8 Abs. 3 VersVG).
Das legst du bereit
- Deine bestehende Polizzefalls du schon eine hast
- Wer versichert werden sollErwachsene, Kinder, Geburtsdaten
- Beruf und Sportbesonders, wenn du einen Risikosport betreibst
Fotos und Kopien schickst du am besten per E-Mail an office@sys-consulting.at. Ausweise und Angaben zur Gesundheit bitte nicht per WhatsApp.
Häufige Fragen
Ich bin über die Arbeit versichert. Brauche ich trotzdem eine?
Die gesetzliche Unfallversicherung gilt für den Beruf und den Weg dorthin, nicht für die Freizeit. Ob und wie viel private Deckung du brauchst, hängt davon ab, wie du lebst — reden wir darüber.
Zahlt die Unfallversicherung auch bei einem Bandscheibenvorfall?
Meist nicht, weil das in der Regel als Krankheit und nicht als Unfall gilt. Was dein Tarif genau sagt, sehen wir in deinen Bedingungen nach.
Ich habe schon eine alte Unfallversicherung. Passt die noch?
Ältere Verträge haben oft niedrige Summen oder eine schwache Progression. Schick uns die Polizze, wir stellen sie einem aktuellen Tarif gegenüber.
Muss ich Vorerkrankungen angeben?
Wenn im Antrag danach gefragt wird, ja — vollständig und richtig. Falsche Angaben können die Leistung kosten.
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