Ratgeber Haushaltsversicherung: So findest du die richtige Versicherungssumme
Die Haushaltsversicherung zahlt nicht „irgendwas“, sondern höchstens die Summe, die im Vertrag steht. Stimmt sie nicht, merkst du es erst im Schadenfall, und dann ist es zu spät. So kommst du zu einer Summe, die passt.
Auf einen Blick
- Die Versicherungssumme ist die Obergrenze, bis zu der der Versicherer im Schadenfall zahlt.
- Sie soll dem Wert deiner Einrichtung entsprechen, und zwar bei den meisten Tarifen zu dem Preis, den es kostet, alles neu zu kaufen (Neuwert).
- Zu niedrig kann teuer werden: Bei einer Unterversicherung zahlt der Versicherer den Schaden nur anteilig.
- Prüfe die Summe bei jeder größeren Veränderung: Umzug, Renovierung, Familienzuwachs, neue Anschaffungen.
Was überhaupt zum Haushalt zählt
Alles, was du bei einem Umzug mitnehmen würdest: Möbel, Küche, Elektrogeräte, Kleidung, Bücher, Computer, Hausrat. Das Gebäude selbst (Mauern, Dach, fest verbaute Leitungen) gehört nicht dazu, das versichert der Eigentümer bzw. die Eigentümergemeinschaft. Wer in einem Haus wohnt, das ihm gehört, braucht zusätzlich die Eigenheimversicherung (siehe Eigenheimversicherung).
Für einzelne Dinge gelten oft eigene Grenzen: Schmuck, Bargeld, Uhren, Kunst, Fahrräder außerhalb der Wohnung. Was du als Mieter selbst eingebaut hast (Küche, Böden), ist je nach Tarif mitversichert. Das steht in den Bedingungen.
Zwei Arten, die Summe festzulegen
1. Nach der Wohnfläche. Viele Tarife legen die Summe nach Quadratmetern fest: Du gibst die Wohnfläche an, der Tarif setzt pro Quadratmeter einen Betrag an. Das ist einfach. Welcher Betrag je Quadratmeter angesetzt ist, steht im Tarif. Bei dieser Berechnung ist oft ein Unterversicherungsverzicht dabei: Der Versicherer rechnet im Schaden nicht nach, ob deine Summe zu niedrig war.
2. Nach dem Wert deiner Einrichtung. Du schätzt, was es kostet, alles neu zu kaufen, und trägst diese Summe ein. Das ist genauer, aber du musst selbst rechnen, und ist die Summe zu niedrig, zahlt der Versicherer im Schadenfall nur anteilig.
Welche Art dein Tarif verwendet, steht in der Polizze. Wenn du es nicht findest, schick sie uns.
Selbst nachrechnen: Raum für Raum
Das dauert eine halbe Stunde und zeigt oft mehr, als man denkt:
- Geh durch jeden Raum und überleg: Was würde ich in diesem Raum neu kaufen müssen, wenn er leer wäre?
- Schreib grobe Neupreise auf, keine Zeitwerte. Sofa, Bett, Schränke, Küchengeräte, Fernseher, Computer, Kleidung.
- Vergiss nicht Keller, Dachboden und Abstellraum, die Garderobe, das Kinderzimmer, Sportgeräte, Werkzeug.
- Zähle zusammen und vergleiche mit der Summe in deiner Polizze.
Liegt die Summe in der Polizze deutlich darunter, sprich mit uns, bevor etwas passiert.
Wann du die Summe anschauen solltest
- bei Umzug in eine größere Wohnung
- nach Renovierung oder neuer Küche
- wenn ein Kind dazukommt oder auszieht
- bei größeren Anschaffungen (Fahrrad, Elektronik, Schmuck)
- alle paar Jahre ohne besonderen Anlass, weil Preise steigen. Manche Verträge passen die Summe laufend an (Wertanpassung), das steht in der Polizze.
Mieter oder Eigentümer?
Auch als Mieter brauchst du die Haushaltsversicherung für deine Sachen. Das Gebäude versichert der Eigentümer. Wenn du Eigentümer einer Wohnung bist, versichert die Eigentümergemeinschaft das Gebäude, in der Regel über die Hausverwaltung. Was in deiner Wohnung ist, ist deine Sache.
Was wir für dich tun
- Deine Polizze lesen und dir sagen, nach welcher Art die Summe festgelegt ist.
- Mit dir die Summe nachrechnen und Unterschiede zeigen.
- Bei den Versicherern, mit denen wir laufend arbeiten, Haushaltsversicherungen durchrechnen und nebeneinanderlegen.
- Doppelt Versichertes finden, etwa eine Privathaftpflicht, die du zweimal hast.
Schreib uns oder ruf an, und schick uns deine Polizze.
Stand: 05.11.2026. Allgemeine Information, keine Beratung im Einzelfall. Was für deinen Vertrag gilt, steht in deiner Polizze und in den Versicherungsbedingungen. Frag uns, bevor du dich darauf verlässt.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn meine Versicherungssumme zu niedrig ist?
Ist die Summe niedriger als der tatsächliche Wert deiner Einrichtung, zahlt der Versicherer den Schaden nur im Verhältnis der Summe zum Wert. Das nennt man Unterversicherung. Ein Beispiel: Ist die Summe um ein Viertel zu niedrig, wird auch ein kleiner Schaden um ein Viertel gekürzt. Viele Tarife verzichten darauf (Unterversicherungsverzicht). Ob das bei dir so ist, steht in deiner Polizze.
Muss ich als Mieter eine Haushaltsversicherung haben?
Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht. Manche Mietverträge verlangen sie aber, sieh in deinem nach. Ohne sie bleibst du auf dem Schaden an deinen eigenen Sachen sitzen, wenn nach einem Brand oder Wasserschaden Möbel und Geräte ersetzt werden müssen. Das Gebäude versichert der Eigentümer, nicht deine Einrichtung.
Zählen Sachen im Keller oder auf dem Dachboden mit?
In vielen Tarifen ja, Keller, Dachboden und Abstellraum gehören dann zum Versicherungsort. Oft gelten dort aber Grenzen, etwa für Diebstahl aus einem Kellerabteil, und Wertsachen sind dort meist nicht oder nur begrenzt versichert. Das steht in den Bedingungen, oder du fragst uns.
Wie oft soll ich die Summe überprüfen?
Bei jeder größeren Veränderung (Umzug, Renovierung, Familienzuwachs) und sonst alle paar Jahre. Manche Verträge passen die Summe von selbst an, das steht in der Polizze.
Ist die Privathaftpflicht in der Haushaltsversicherung schon dabei?
Bei vielen Tarifen ja, bei anderen nicht. Das steht in deiner Polizze. Schick sie uns, wir sehen nach und sagen dir auch, ob du etwas doppelt hast.